Augenkrankheit Keratokonus, Korrektur durch Kontaktlinsen

Kontaktlinsen zählen neben Brillen zu den Sehhilfen. Sie sind in der Lage, eine Reihe von pathologisch bedingten Fehlsichtigkeiten zu korrigieren, wie z.B. Keratokonus, Astigmatismus, Myopie, Hyperopie, Presbyopie usw. Kontaktlinsen kommen auch in der Augenchirurgie zum Einsatz als ophthalmologische Verbände nach einer Augen OP.

Kontaktlinsen, weich und hart

Kontaktlinsen gibt es als harte, formstabile und weiche Varianten. Die weichen Kontaktlinsen haben den Vorteil, dass sie beim Tragen als weniger störend empfunden werden. Sie müssen jedoch des nachts aus dem Auge entfernt werden, da die Nährstoffversorgung und die Sauerstoffzufuhr unter der Linse stark eingeschränkt sein können. Harte Kontaktlinsen sind aufgrund ihrer Formstabilität weniger komfortabel zu tragen. Ihr großer Vorteil liegt in einer fast normalen Sauerstoff- und Nährstoffdurchlässigkeit, so dass eine Schädigung des Auges durch das Tragen weniger wahrscheinlich ist.

Keratokonus

Der Keratokonus ist gekennzeichnet durch eine progressive Verdünnung der Kornea, welche nach und nach eine kegelartige Verformung der Kornea zulässt. Dies bedingt zumeist eine mehr oder weniger ausgeprägte Kurzsichtigkeit der Betroffenen, eine Fehlsichtigkeit, die mit dem Einsatz einer Brille nicht vollkommen kompensiert werden kann. Dies ist bedingt durch die kegelförmige Auswölbung der Kornea, die eine irreguläre Hornhautverkrümmung nach sich zieht.

Keratokonus Symptome

Ein erstes richtungweisendes Symptom für das Vorliegen eines Keratokonus ist eine erhöhte Häufigkeit der Sehkorrekturen. Ein weiteres Zeichen ist die Tatsache, dass die Veränderungen nur an einem Auge stattfinden. Diese Veränderungen bewirken im Laufe der Zeit ein Mehrfachsehen von Gegenständen und Personen, Schattierungen und Strahlen und Schleier von Lichtquellen. In diesem Stadium kann allerdings nur eine ophthalmologische Untersuchung eine sichere Diagnose abgeben. In dem fortgeschrittenen Stadium kommt es zur Ausbildung von Hämosiderinringen, die einen bräunlichen Voll- oder Halbkreis an der Basis des Kegels bilden. Letztendlich wird der Keratokonus auch für das bloße Auge sichtbar, wenn es zu Hornhautödemen kommt.

Korrektur des Keratokonus durch Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sind eine gute Alternative zu Brillen bei der Korrektur der mit ihr verbundenen Fehlsichtigkeit, besonders wenn durch die Brille keine Verbesserung dieser Fehlsichtigkeit erreicht wird, bzw. aufgrund der Korneaveränderungen mehrere Bilder gesehen werden. Es gibt seit einiger Zeit eine Mischform von harten und weichen Kontaktlinsen, die aus einem harten, formstabilen Kern bestehen, der von einer weichen Schicht umgeben ist. Die Konsequenz dieser Vereinigung von hartem und weichem Material ist ein erhöhter Tragekomfort für den Benutzer und eine gleichzeitige gute Durchlässigkeit der Linsen für Sauerstoff und Nährstoffe. Im fortgeschrittenen Stadium und mit stärkerer Wölbung des Keratokonus bedarf es einer expliziten Anpassung der Kontaktlinsen, da die Apexspitze der Wölbung druckfrei bleiben muss. Nur in etwa 20% der Fälle kann eine Hornhauttransplantation nicht umgangen werden.