Kontaktlinsen bei Keratoglobus
Augenkrankheit Keratoglobus, Korrektur mit Kontaktlinsen
Der Keratoglobus ist eine meist genetisch bedingte, nicht auf einer Entzündung basierende Erkrankung des Auges, die sich auszeichnet durch eine kugelförmige Protrusion und einer damit verbundenen Verdünnung der Augenhornhaut. Obwohl die Störung meist in beiden Augen auftritt, ist sie nicht notwendigerweise in beiden Augen gleich stark ausgebildet. Betroffen von der Schädigung sind die Zentral- und Randbereiche der Hornhaut. Die Kornea zeigt ansonsten eine normale Größe und ist transparent. Da die Hornhaut beim Keratoglobus extrem dünn ist, besteht immer die Gefahr, dass auch kleinste Verletzungen beträchtlichen Schaden anrichten, bzw. eine Perforation eintritt. Dies ist besonders leicht möglich beim Auftreten von Korneaödemen, bei der die Descemet Membran einreißt bei nur minimalen Traumata.
Die Betroffenen werden meist früh diagnostiziert, da die Fehlsichtigkeit schon in jungen Jahren auftritt und sich manifestiert, was den Patienten veranlasst, sich an einen Augenarzt zu wenden.
Ursachen
Neben der genetischen Prädisposition kann eine Kollagenerkrankung Ursache für die Ausbildung eines Keratoglobus sein. Ebenso kann ein Keratokonus im fortgeschrittenen Stadium zu einem Keratoglobus transformieren. Die Inzidenz für Keratokonus ist deutlich höher als für Keratoglobus. Ansonsten werden die primären Ursachen für diese Erkrankung nicht vollkommen verstanden. Auch der Krankheitsverlauf ist nicht prognostizierbar. Es gibt allerdings keine Berichte, dass sie zur Erblindung führt.
Korrektur durch Kontaktlinsen
Die auf dem Markt befindlichen Kontaktlinsen lassen sich in die Kategorie harte und formstabile Kontaktlinsen und weiche Kontaktlinsen einteilen. Die harten Kontaktlinsen zeichnen sich durch Sauerstoff- und Nährstoffdurchlässigkeit aus, die um den Faktor zwei- bis siebenmal höher liegt als bei den weichen Kontaktlinsen. Wegen der guten Durchlässigkeit besteht ein geringeres Risiko für eine Schädigung des Auges.
Weiche Kontaktlinsen dagegen sind flexibel. Sie passen sich der Struktur der Kornea an. Daher sind sie für die Betroffenen angenehmer zu tragen. Sie weisen auch eine größere Haftung im Auge auf als harte Kontaktlinsen, wodurch ein Verlieren weniger wahrscheinlich ist. Die relative Undurchlässigkeit für Nährstoffe und Sauerstoff jedoch zwingt den Besitzer, die Kontaktlinsen nachts zu entfernen, um nachhaltigen Schädigungen des Auges vorzubeugen.
Eine Mischform der weichen und harten Kontaktlinsen sind die Hybridkontaktlinsen. Sie besitzen einen formstabilen Kern und eine weiche Ummantelung. Auf die Weise sollen Durchlässigkeit und Tragekomfort miteinander kombiniert werden.
Die mit dem Keratoglobus einhergehenden Brechungsfehler lassen sich nicht mit der Benutzung einer Brille kompensieren. Die Anpassung von Kontaktlinsen ist zwar kompliziert, da eine größere Fläche betroffen ist als beim Keratokonus, aber sie stellt eine bessere Alternative zur Brille dar.
Da diese Erkrankung relativ selten zu beobachten ist, sein Verlauf nicht voraussagbar ist und die strukturellen Schäden komplex sind, wird der behandelnde Arzt oft eine chirurgische Intervention zur Korrektur der Fehlsichtigkeit in Betracht ziehen.