Augenkrankheit Astigmatismus, Korrektur durch Kontaktlinsen

Astigmatismus oder Stabsichtigkeit ist gekennzeichnet durch eine Verkrümmung der Hornhaut des Auges. Diese Verkrümmung bewirkt eine Veränderung der Brecheigenschaften des Augapfels in einer Weise, die die einfallenden Lichtstrahlen nicht mehr auf der Retina fokussiert, sondern über einen gewissen Bereich verteilt. Die Verkrümmung ist in der Regel asymmetrischer Natur. Aus der ursprünglich kugelförmigen Oberfläche wird eine elliptische, was die Veränderungen der Brecheigenschaften bewirkt. So werden Gegenstände und Personen in verschiedene Dimensionen verzogen wahrgenommen und Punkte werden zu Strichen oder Stäbchen. Die Stärke des Astigmatismus berechnet sich aus der Brechkraftdifferenz zwischen den Einfallsebenen mit maximaler und minimaler Brechkraft.

Solche Verformungen der Hornhautoberfläche und der damit verbundenen Fehlsichtigkeit versucht der Organismus häufig zu kompensieren, indem er die Ziliarmuskulatur intensiv zu einer Kompensation durch Akkomodation einzusetzen versucht. Das Ergebnis sind oft Kopfschmerzen und eine Art von „Augenmuskelkater“ für die Betroffenen.

Ursachen

Die Ausbildung des Astigmatismus ist nicht nur beschränkt auf die Kornea. Ebenso kann die Linse von einem Astigmatismus betroffen sein, in seltenen Fällen kann sogar der Augenhintergrund diese abnormalen Veränderungen aufweisen. Als Gesamtastigmatismus bezeichnet man, wenn alle drei Astigmatismen zugleich vorliegen, wobei die Hornhaut aufgrund ihres höheren Brechzahlunterschiedes die größte Rolle bei der Ausprägung der Fehlsichtigkeit spielt. Erkrankungen der Kornea sind häufig Ursache für die Ausbildung eines starken, irregulären Astigmatismus. Dies sind insbesondere der Keratokonus und der Keratoglobus. Aber auch Geschwüre und Narben auf der Hornhaut, sowie genetisch bedingte Wachstumsanomalien und Katarakt können ursächlich für die Ausbildung eines Astigmatismus sein.

Korrektur durch Kontaktlinsen

Die Korrektur der Fehlsichtigkeit, bedingt durch Astigmatismus, kann nur bis zu einem gewissen Grad durch zylindrische Brillengläser ausgeführt werden. Als Alternative dazu kommen weiche, torische Kontaktlinsen in Frage. Ihre asymmetrische Strukturierung und Gewichtsverteilung bedingen ihr antiastigmatisches Potential. Aber auch harte, sphärisch geformte Kontaktlinsen können einen positiven Einfluss auf die Korrektur von Fehlsichtigkeiten haben, die bedingt sind durch reguläre oder irreguläre Hornhautasitgmatismen. Bei Einsatz dieser Kontaktlinsen bildet sich ein torisch geprägter Tränenfilm zwischen der Kontaktlinse und der Hornhautoberfläche. Dieser Tränenfilm bewirkt den Ausgleich des Astigmatismus und damit die Korrektur der Fehlsichtigkeit.

In schweren Fällen, wo die gewünschte Korrektur der Fehlsichtigkeit ausbleibt oder nur mangelhaft ausfällt, kann eine Laserbehandlung in Erwägung gezogen werden. Hornhautverpflanzung oder sogar ein Einsatz einer Kunstlinse sind Mittel der letzten Wahl.